09 November, 2023· Artículo de Maria Jones

Wer sich im Ausland bewirbt, schickt selten nur einen Lebenslauf. Fast immer gehören Abschlusszeugnis, Diplom und Notenübersicht dazu. Genau hier scheitern viele Bewerbungen an Kleinigkeiten: Das Dokument liegt nur auf Deutsch vor, die Übersetzung ist nicht beglaubigt oder der Notenspiegel wird falsch verstanden.
Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Zeugnisse und Diplome so übersetzen lassen, dass Hochschulen und Arbeitgeber sie ohne Rückfragen akzeptieren.
Ein Zeugnis ist kein normaler Text. Es enthält Fachbegriffe, Notenstufen, Studiengänge und Institutionen, die es in anderen Ländern in dieser Form nicht gibt. Wer „Staatsexamen“ oder „Fachhochschulreife“ wörtlich überträgt, erreicht meist nur Ratlosigkeit beim Empfänger.
Hinzu kommt der formale Teil. Stempel, Unterschriften, Siegel und Ausstellungsdatum gehören zur Übersetzung, damit klar wird, was im Original steht. Eine gute Übersetzung bildet nicht nur Wörter ab, sondern auch die Struktur des Dokuments.
Je nach Ziel unterscheiden sich die Anforderungen. Für ein Studium im Ausland werden häufig das Abiturzeugnis, der Notenspiegel und gegebenenfalls Praktikumsnachweise verlangt. Für eine Stelle zählen eher Abschlusszeugnis, Arbeitszeugnisse und Weiterbildungszertifikate.
Fragen Sie vor dem Auftrag bei der Hochschule oder beim Arbeitgeber nach, welche Dokumente übersetzt werden müssen. Manche Stellen akzeptieren eine Kopie, andere verlangen das Original oder eine beglaubigte Abschrift. Diese Information spart Zeit und Geld.
Für Bewerbungen in Großbritannien, Irland, Skandinavien oder den Niederlanden reicht in vielen Fällen Englisch aus. Wer einen Abschluss aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz vorlegt, sollte sich auf eine englische Übersetzung verlassen, die Fachbegriffe einheitlich verwendet und Noten verständlich erklärt.
Achten Sie darauf, dass dieselbe Person oder dasselbe Team alle Dokumente bearbeitet. So taucht der Name Ihres Studiengangs oder Ihrer Hochschule überall in derselben Schreibweise auf. Abweichungen zwischen Zeugnis und Diplom wirken auf Personalabteilungen schnell unprofessionell.
Das deutsche Notensystem von 1,0 bis 5,0 funktioniert anders als die Skalen in den USA, in Frankreich oder in Polen. Eine reine Umrechnung führt zu Fehlern, weil Hochschulen eigene Regeln für die Bewertung haben.
Üblich ist deshalb, die Originalnote stehen zu lassen und in einer Anmerkung zu erklären, wie die Skala aufgebaut ist. Ob eine Umrechnung nötig ist, entscheidet die aufnehmende Stelle, nicht der Übersetzer.
Auch Abschlussbezeichnungen verdienen Sorgfalt. „Diplom“, „Magister“, „Bachelor“ und „Master“ sind nicht einfach austauschbar. Ein Übersetzer muss wissen, welche Entsprechung im Zielland gebräuchlich ist und wann besser der Originalbegriff mit Erklärung stehen bleibt.
Der Ablauf ist einfacher, als viele denken. Sie senden einen gut lesbaren Scan oder ein Foto, nennen die Zielsprache und den Verwendungszweck und erhalten ein Angebot. Wie dieser Prozess für Studierende in der Praxis aussieht, beschreibt der Ratgeber Zeugnis und Diplom übersetzen mit konkreten Beispielen.
Nach der Prüfung erhalten Sie die Übersetzung als PDF und, falls gewünscht, als beglaubigte Fassung per Post. Planen Sie für den Postweg ein paar Tage ein, vor allem bei Bewerbungsfristen.
Der häufigste Fehler ist Zeitdruck. Wer kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist eine Übersetzung bestellt, zahlt oft Eilzuschläge und riskiert Fehler. Rechnen Sie zwei bis drei Wochen Puffer ein, wenn zusätzlich eine Beglaubigung oder eine Apostille nötig ist.
Die Kosten richten sich nach Umfang, Sprachkombination und Beglaubigung. Ein einseitiges Zeugnis kostet weniger als ein mehrseitiger Notenspiegel mit vielen Modulen. Lassen Sie sich vorab ein Festpreisangebot geben, damit es später keine Überraschungen gibt.
Drei Fehler kommen immer wieder vor. Erstens: Scans mit abgeschnittenen Rändern, auf denen Stempel fehlen. Zweitens: Namen, die nicht exakt wie im Reisepass geschrieben werden. Drittens: Übersetzungen, die mit Übersetzungsprogrammen erstellt und nur kurz überflogen wurden.
Maschinelle Übersetzung ist für einen ersten Eindruck nützlich, für Urkunden und Zeugnisse aber ungeeignet. Ein einziger falscher Fachbegriff kann dazu führen, dass ein Abschluss nicht anerkannt wird.
Bevor Sie Unterlagen übersetzen lassen, lohnt sich ein Blick auf die Informationen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Auf der Seite des DAAD finden Studierende und Absolventen Hinweise zu Studium, Stipendien und Anerkennung von Abschlüssen im Ausland.
Ergänzend sollten Sie bei der Zielhochschule nachfragen, ob ein Sprachnachweis oder eine zusätzliche Bewertung durch eine Anerkennungsstelle verlangt wird. Das spart doppelte Arbeit.
Eine beglaubigte Übersetzung trägt den Stempel und die Unterschrift eines ermächtigten Übersetzers. Sie bestätigt, dass der Text vollständig und richtig übertragen wurde. Behörden und viele Hochschulen verlangen sie, Arbeitgeber dagegen meist nicht.
Fragen Sie deshalb gezielt nach. Eine einfache Übersetzung genügt oft für die erste Bewerbungsrunde, und die beglaubigte Fassung wird erst bei der Zusage nachgereicht. So sparen Sie Kosten, ohne eine Frist zu gefährden.
Neben Zeugnis und Diplom verlangen Hochschulen häufig einen Sprachnachweis, einen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben. Auch diese Texte sollten fehlerfrei sein. Lassen Sie sie von einer Muttersprachlerin oder einem Muttersprachler gegenlesen, bevor Sie sie einreichen.
Bewahren Sie außerdem eine digitale Kopie aller Übersetzungen auf. Viele Programme fordern dieselben Unterlagen bei späteren Bewerbungen erneut an.
Prüfen Sie vor dem Absenden fünf Punkte. Sind alle Dokumente vollständig und gut lesbar? Wurden die Namen einheitlich geschrieben? Ist klar, ob eine Beglaubigung gebraucht wird? Passt die Zielsprache zur Anforderung? Reicht die Zeit bis zur Frist?
Wer diese Fragen früh beantwortet, geht entspannter in das Bewerbungsverfahren und lässt die Unterlagen für sich sprechen.



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